Arbeiter im Weinberg
Arbeiter im Weinberg

Tageslauf, Jahreslauf und den Lauf der Seele, die sich öffnet für die barmherzige Liebe Gottes, beschreibt Tersteegen in seinen Liedern.

Beispiele: Pfingsten, Gottes Gegenwart, Ermunterung der Pilger, Morgenlied , Gottes Güte. 

 

dieser Link führt zu einem der bekanntesten

Lieder " Ich bete an die Macht der Liebe"

https://www.youtube.com/watch?v=Ol98zhJXa9o

PRACTICE OF THE PRESENCE OF
GOD THE BEST RULE OF A HOLY LIFE
Conversations and Letters by Brother Lawrence

Konfessionen - Glaubensbekenntnis

Beispiel aus Tersteegen's  Briefen

Wie wir lernen, nicht aus dem falschen, sondern aus dem wahren Selbst zu leben, zeigt der Psychiater Dr. Checkley am Beispiel von Bruder Lorenz.

Eine Erweckungsrede G. Tersteegens  zur Passionszeit aus "Geistliche Brosamen" Band I.

 

Das Tersteegenhaus in Mülheim, war die ehemalige Wirkungsstätte von Gerhard Tersteegen 

http://heimatmuseum-tersteegenhaus.de/

 

Gerhard Tersteegen -  Geistliche Lieder  "Geistliches Blumengärtlein inniger Seelen" 13.Auflage Elberfeld 1826

 

gesamtes Liedregister

 

Beispiele aus der Liedersammlung:

 

Gebet zum Heiligen Geist (Lied Nr. 23) - Pfingsten

 

Komm, Heil‘ger Geist, komm niederwärts,

schleus in mein kalt und finster Herz

Dein‘n hellen Licht- und Liebesstrahl;

Bereit mein Herz zu deinem Saal.

 

Du wahrer Armen Vater fromm,

Du Geber guter Gaben, komm;

Komm, Licht der Herzen, komm herein,

Leit‘ mich in alle Wahrheit ein.

 

Komm, Tröster deren, die betrübt,

Du süßer Gast der‘n, die verliebt,

Du sanfte Kühlung solcher, die

In Kreuz und Leiden schwitzen hie.

 

In Müh und Unruh gibt du Ruh,

die größte Hitze linderst du:

Selbst, wann das Aug in Tränen fließt,

das Herz oft deinen Trost genießt.

 

Oh  Du höchst selig‘s Gottheitslicht,

ach laß‘ mich ja im Finstern nicht;

mit Deiner Glut, mit Deinem Glanz,

mein Innerstes erfülle ganz.

 

Mein Herz, ohn‘ Dich und Deine Gnad,

kein Leben, Kraft, noch Tugend hat;

so tief die Sünde in mir steckt,

dass Leib, und Seel, und Geist befleckt.

 

Drum wasche, was besudelt doch,

befeuchte, was so dürre noch,

und was in mir mögt sein verwundt`,

das mach, oh Salböl, recht gesund.

 

Mach mild und weich, was steif und hart,

erwärme, was vor Kält‘ erstarrt;

Was irgend mögte sein verirrt,

das führ‘ zurecht, getreuer Hirt.

 

Schen‘ uns, dein‘m armen Häufelein,

die in Dich trauen nur allein,

ins Herz die heil‘ge Siebenzahl

Dein‘r  hohen Gaben allzumal.

 

Gib Gnade, Tugend, Heiligkeit,

und endlich, nach vollbrachtem Streit,

die volle Seligkeit darzu,

in ew‘ger Glorie, Freud und Ruh.

 

 

Nr. 22 Jesus, im Stande seiner Erhöhung    Melodie: Preis, Lob, Ehr, Ruhm,...(5 von 10 Versen) 

            Ostern

1.

Willkomm'n, verklärter Gottes Sohn,

der im Triumph bist auferstanden!

Im Himmel schallt der Freudenton,

es sind entzwei des Todes Banden.

Ich jauchze mit, dein Sieg erfreuet mich,

mein Jesus lebt, und herrschet ewiglich.

 

2.

Es betet dich der Himmel an,

der Engel Scharen fallen nieder,

die Jünger haben's auch getan.

Ich ehre dich durch meine Lieder,

du bist mein Gott, mein König nur allein;

ich geb mich dir, mein ganzes Herz ist dein.

 

3.

Man kann aus deiner Gegenwart,

erstand'ner Held, viel Wunder lesen;

wie göttlich, herrlich, rein und zart,

wie lebenswürdig ist dein Wesen!

O Jesu, schau, wie finster bin ich noch,

verkläre mich nach deinem Bilde doch.

 

4.

Verklärtes Haupt, nun lebest du,

ach lass mich, als dein Glied, auch leben.

Kannst du dem Elend sehen zu?

Willst du dein Kind nicht auch erheben,

aus Not und Tod, aus Sünd' und Eigenheit,

zu leben dir in wahrer Heiligkeit.

 

5.

Wirk' du in mir, zeuch himmelwärts,

Begierden, Sinnen und Gedanken,

dass wo du bist, mein ganzes Herz,

 von nun an leben mag ohn' Wanken.

Du bist nicht fern, wer dich nur liebet rein,

der kann im Geist bei dir im Himmel sein.

 

Nr. 40  Von der Nutzbarkeit des Kreuzes   Melod.: Mein genug beschwerter Sinn.....

 

1.

Das Kreuz ist dennoch gut, ob es gleich wehe tut;

der gute Gott es gibet, drum muss es sein geliebet.

Ei, fasse guten Mut! Was bitter ist im Mund,

ist innerlich gesund, es ist so gut, so gut!

 

2.

Das Kreuz ist dennoch schön, kann's gleich Vernunft nicht sehn;

man wird im Kreuz geehret, mit Gottes Sohn verkläret.

Die Engel um dich stehen, sie schauen dich mit Freuden,

im stillen Geiste leiden: Es ist so schön, so schön!

 

3.

Das Kreuz macht Gott gemein; es treibt den Sinn hinein;

der sonst gern ausspazieret, und leicht das Herz verführet;

nun sammelt er sich fein, er mag von der Welt nicht hören,

er muss in Gott sich kehren, und wird mit Gott gemein.

 

4.

Wo Kreuz ist, da ist Licht, du kennst dich selber nicht.

So lang du nicht probieret, du hast wie sich's gebühret,

von Gott auch kein Gesicht. Kreuz lehrt dich alle Wahrheit,

Kreuz führt dich in die Klarheit, wo Kreuz ist, da ist Licht.

 

5.

Das Kreuz macht hell und rein, es fegt den falschen Schein,

die heimelichen Flecken, im Kreuze sich entdecken.

Geschieht es gleich mit Pein, der Schaum der Eigenheiten,

zerschmilzt in Kreuz und Leiden: es macht so rein, so rein.

 

6.

Das Kreuz macht dich gebeugt, geschmeidig und erweicht;

der ungebrochne Wille wird kindlich, sanft und stille.

Der Geist vor Gott sich neigt, das Herz will gern zerfließen,

zu aller Menschen Füßen, es wird so gar gebeugt.

 

7.

Im Kreuze wird man klein, der eingebild'te Schein,

und alles hohe Dünken, muß in dem Kreuze sinken.

Da lernt man Gott allein verehren und erheben,

in seinem Nichts zu leben, man wird so klein, so klein.

 

 

Morgengebet (Lied-Nr. 107)  Melodie: Wo soll ich fliehen hin…..

 

Mein'n ersten Augenblick

Ich Dir, Herr Jesu, schick;

Mein Geist vor dir sich beuget,

Mein Herz in dich sich neiget;

Mein Heiland, mich umfasse,

und ewig mich nicht lasse.

 

Bleib Du mir innig nah,

Du bis die Liebe ja;

Dir will ich mich verschreiben,

auch heut` Dir treu zu bleiben;

In Deinem Jesus Namen,

will ich aufstehen. Amen.

 

 

 

 

Nr. 80 Der selige Wandel in der Gegenwart Gottes

 

Großer Gott in dem ich schwebe, Menschenfreund, vor dem ich lebe,

höchstes Gut und Herr allein! Ich bet' an Dein Nahesein.

 

Den die Engel bückend sehen, und mit tausend Lob erhöhen,

da  Du sitzest auf dem Thron, Du bist hier auch nahe schon.

 

Gottes Haus und Himmelspforte, ist hier, und an jedem Orte;

Du bist nie und nirgend weit, ach, wo war ich sonst verstreut!

 

Sachen dieser Welt ich sah, und nicht Dich, der Du so nah',

draußen ging ich wie ein Tier; Du, mein Gott, du warst in mir.

 

Spät erkannt´ ich diese Lehre, diesen Adel, diese Ehre,

Deiner Gottheit Gegenwart, unverrückt und innig zart.

 

Sollt'  sich nicht mein alles beugen, und in Liebes-Ehrfurcht schweigen;

da ich, wo ich geh und steh, meinen Gott vor Augen seh.

 

Sei gelobet und geliebet, süßer Gott, der mich umgibet,

dass du mir in Jesu Christ, näher als mein Herze bist.

 

Laß sich andre sonst verstreuen, ich will mich in Gott erfreuen,

den ich habe, wo ich bin: Nimm mein Herz, o Schönster hin!

 

Ich will dies und das nicht wissen, Menschen Zuspruch gerne missen,

dass ich dir Gesellschaft leist, dich anbet' und schau im Geist.

 

Alles kann ich dir erzählen, darf mit keiner Last mich quälen;

Kann ich nicht mich selbst versteh'n, lass ich' s dich, den Nahen sehn.

 

Was ich denke und verrichte, ist vor deinem Angesichte;

Tun und Lassen, Freud und Pein, soll dir aufgeopfert sein.

.

Was ich bin (hab) von aus – und innen, was nur vorkommt meinen Sinnen,

wär' die Sache noch so klein, alles soll dein Opfer sein.

 

Bei Dir sei ich im Erwachen, mit dir tu'  ich meine Sachen,

in Dir man so sanfte ruht, ach mein Gott, und all mein Gut!

 

Mit Dir, treuer Freund und Leiter, reif ich fort und immer weiter,

stille, bloß und unbekannt, hier hindurch zum Vaterland.

 

So vor Gottes Augen schweben, das ist mir erst selig leben;

da man ohne Kunst und List, an Ihn denket, wo man ist.

 

Kommet dann, ihr lieben Kinder, kommet auch, ihr armen Sünder,

denkt an Welt, noch Sünd' noch Pein, nur an Gottes Nahesein.

                                               oder:

werfet eure Sünd` und Pein, in dies Meer der Liebe ein!

 

 

 

 

 

Nr. 62   Ermunterung der Pilger      Melodie: Von Gott will ich nicht lassen.....

 

1.

Kommt Kinder, lasst uns gehen,

der Abend kommt herbei,

es ist gefährlich stehen,

in dieser Wüstenei.

Kommt, stärket euren Mut,

zur Ewigkeit zu wandern,

von einer Kraft zur andern,

es ist das Ende gut.

 

2.

Es soll uns nicht gereuen,

der schmale Pilgerpfad,

wir kennen ja den Treuen,

der uns gerufen hat.

Kommt, folgt und trauet dem,

ein jeder sein Gesichte,

mit ganzer Wendung richte,

steif nach Jerusalem.

 

5.

Man muss, wie Pilger wandeln,

frei, bloß, und wahrlich leer,

viel sammeln, halten, handeln,

macht unsern Gang nur schwer.

Wer will, der trag sich tot,

wir reisen abgeschieden,

mit wenigem zufrieden,

wir brauchen' s nur zur Not.

 

7.

Laßt uns nicht viel besehen,

das Kinderspiel am Weg,

durch säumen und durch stehen,

wird man verstrickt und träg'.

Es geht uns all nicht an,

nur fort, durch dick und dünne,

kehr ein die leichten Sinne,

es ist so bald getan.

 

8.

Ist gleich der Weg was enge,

so einsam, krumm und schlecht,

der Dornen in der Menge,

und manches Kreuzchen trägt.

Es ist doch nur ein Weg,

lass sein! wir gehen weiter,

wir folgen unser'm Leiter,

und brechen durchs Gehäg.

 

9.

Was wir hier hör' n und sehen,

das hör' n und sehn wir kaum,

wir lassen' s da, und gehen,

es irret uns kein Traum.

Wir gehn ins Ew' ge ein;

mit Gott muss unser Handel,

im Himmel unser Wandel,

und Herz und Alles sein.

 

10.

Wir wandeln eingekehret,

veracht'  und unbekannt,

man siehet, kennt und höret,

uns kaum im fremden Land.

Und Höret man uns ja,

so höret man uns singen,

von unsern großen Dingen,

die auf uns warten da.

 

11.

Kommt, Kinder, lasst uns gehen,

der Vater gehet mit,

er selbst will bei uns stehen,

in jedem sauren Tritt.

Er will uns machen Mut,

mit süßen Sonnenblicken,

uns locken und erquicken,

ach ja, wir haben's gut.

 

12.

Ein jeder munter eile,

wir sind vom Ziel noch fern,

schaut auf die Feuersäule,

die Gegenwart des Herrn.

Das Aug' nur eingekehret,

da uns die Liebe winket,

und den, der folgt und sinket,

den wahren Ausgang lehrt.

 

13.

Des süßen Lammes Wesen,

wird uns da eingedrückt,

man kann' s am Wandel lesen,

wie kindlich, wie gebückt.

Wie sanft, gerad und still,

die Lämmer vor sich sehen,

und, ohne Forschen, gehen,

so wie ihr Hirte will.

 

14.

Kommt, Kinder, lasst uns wandern,

wir gehen Hand in Hand,

eins freuet sich am andern,

in diesem wilden Land.

Kommt, lasst uns kindlich sein,

uns auf dem Weg nicht streiten,

die Engel uns begleiten,

als unsere Brüderlein.

 

15.

Sollt wo ein Schwacher fallen,

so greif' der Stärkere zu,

man trag, man helfe allen,

man pflanze Lieb und Ruh.

Kommt, bindet fester an,

ein jeder sei der Kleinste,

doch auch wohl gern'  der Reinste,

auf uns' rer Liebesbahn.

 

16.

Kommt, lasst uns munter wandern,

der Weg kürzt immer ab,

ein Tag der folgt dem Ander'n,

bald fällt das Fleisch ins Grab,.

Nur noch ein wenig Mut,

nur noch ein wenig treuer,

von allen Dingen freier,

gewandt' zum ew' gen Gut!

 

17.

Es wird nicht lang mehr währen,

halt' t noch ein wenig aus,

es wird nicht lang mehr währen,

so kommen wir nach Haus' .

Da wird man ewig ruhn' ,

wann wir, mit allen Frommen,

daheim beim Vater kommen;

wie wohl, wie wohl wird' s tun.

 

 

18.

Drauf wollen wir' s dann wagen,

es ist wohl wagenswert,

und gründlich dem absagen,

was aufhält und beschwert.

Welt, du bist uns zu klein,

wir geh' n durch Jesu Leiten,

hin in die Ewigkeiten,

es soll nur Jesus sein.

 

19.

O Freund, den wir erlesen,

0 allvergnügend gut,

0 ewig bleibend Wesen,

wie reizest du den Mut.

Wir freuen uns in Dir,

Du, unsere Wonn'  und Leben,

worin wir ewig schweben,

Du, unsre ganze Zier.

 

 

 

 

Nr. 52  Heute, weil ihr seine Stimme höret.   Melodie: Der Tag ist hin ,mein Jesu..

 

1.

Gott rufet noch; sollt' ich nicht endlich hören?

Wie laß' ich mich bezaubern und betören!

Die kurze Freud', die kurze Zeit, vergeht,

und meine Seel' noch so gefährlich steht.

 

2.

Gott rufet noch, sollt' ich nicht endlich kommen?

Ich hab so lang die treue Stimm vernommen;

ich wußt' es wohl, ich war nicht wie ich sollt',

er winkte mir, ich habe nicht gewollt.

 

3.

Gott rufet noch; wie daß ich mich nicht gebe!

Ich fürcht sein Joch', und doch in Banden lebe;

ich halte Gott und meine Seele auf;

er ziehet mich, mein armes Herze, lauf!

 

4.

Gott rufet noch; ob ich mein Ohr verstopfet;

er steht noch an meiner Tür und klopfet.

Er ist bereit, daß er mich noch empfang'

er wartet noch auf mich, wer weiß, wie lang?

 

5.

Gib dich, mein Herz, gib dich einst ganz gefangen,

wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen?

Laß los! Brich' alle Band entzwei,

dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei.

 

6.

Gott locket mich, nun länger nicht verweilet!

Gott will mich ganz, nun länger nicht geteilet.

Fleisch, Welt, Vernunft, sag immer was du willst,

mein's Gottes Stimm' mir mehr, als deine gilt.

 

7.

Ich folge Gott, ich will ihn ganz vergnügen,

die Gnade soll im Herzen endlich siegen;

ich gebe mich, Gott soll hinfort allein,

und unbedingt, mein Herr und Meister sein.

 

8.

Ach nimm mich hin, du Langmut ohne Maße,

ergreif' mich wohl, daß ich dich nie verlasse;

Herr rede nur, ich geb begierig acht,

führ wie du willst, ich bin in deiner Macht.

 

 

 

 

Nr. 53  Abendlied  "ich schlafe, aber mein Herz wacht"

 

1.

Ach, könnt' ich stille sein, und sanft schlafen ein,

mein Gott, in deinem Frieden!

Drück' mir die Äuglein zu, so sinkt mein Geist zur Ruh,

von allem abgeschieden.

 

2.

Ach, daß ich stille wär ! Das Aug schaut hin und her,

und die Gedanken rasen;

Vernunft will spekuliern, die Sinne ausspaziern

der Wille ist nicht gelassen.

 

3.

So wacker, so zerstreut, ist meine Sinnlichkeit,

so quäl' ich mich beständig:

Es schlafe die Natur, mein Herze wache nur,

Dir, meinem Gott, inwendig.

 

4.

Dem, was sich draußen regt, ganz fremd und unbewegt,

als wär ich nicht im Leben;

nur Dir allein bekannt, Dir innig zugewandt,

und leidentlich ergeben.

 

5.

Geh, Welt, und Freude such: Ich hab hier Freude gnug',

ich darf nicht betteln gehn`:

Man schelte mich für dumm, für traurig und für stumm;

ich laß mein Herz nicht sehen.

 

6.

So heimlich und so bloß, kriech' ich in deinen Schoß,

da stillest Du mich Müden.

Da lieg ich wohl verwahrt, in deiner  Gegenwart,

und schlafe ganz mit Frieden.

 

 

 

 

 

Groß ist unser´s Gottes Güte   Lied-Nr. 38,  Melodie: Warum sollt` ich mich dann….

(Geistliche Seelsorge und Zeugnis Tersteegens)

1)

Groß ist unsers Gottes Güte,

seine Treu, täglich neu,

rühret mein Gemüte;

Sende, Herr den Geist von oben,

dass jetzt Herz und Mund,

deine Güte loben.

2)

Du hast meinem Leib gegeben,

für und für, mehr als mir

nötig war zum Leben;

meine Seel mit tausend Gnaden,

allerhand, Dir bekannt,

hast Du Herr beladen.

3)

Da ich, Herr, dich noch nicht kannte,

und in Sünd, tot und blind,

Dir den Rücken wandte;
da hast Du bewahrt mein Leben,

und mich nicht, dem Gericht,

nach Verdienst gegeben.

4)

Wenn ich damals wär gestorben,

ach mein Herr, ewig wär,

meine Seel`verdorben;

Du, du hast verschont in Gnaden,

und mich gar, immerdar,

nur zur Buß`geladen.

5)

Wenn ich gleich nicht hören wollte,

riefst Du doch, immer noch,

dass ich kommen sollte;

endlich hast Du überwunden,

endlich hat, Deine Gnad,

mich Verlor`nen funden.

6)

Endlich muss mein Herze brechen,

und allein, ohne Schein,

Dir das Ja-Wort sprechen;

O du sel`ge Gnadenstunde,

da ich mich, ewiglich,

meinem Gott verbunden.

7)

Da ich allem Sündenleben,

aller Freud, dieser Zeit,

Abschied hab gegeben;

da mein Geist zu Gottes Füßen,

sank dahin, und mein Sinn,

wollt`in Reu`zerfließen.

8)

Zwar, ich bin nicht treu geblieben,

wie ich sollt`, wie ich wollt`,

Dich allein zu lieben;

Aber Du bleibst ohne Wanken,

immer doch, Treue noch,

könnt`ich recht Dir danken!

9)

Sint hab ich so oft betrübet,

Deinen Geist, wie Du weißt,

Du hast doch geliebet;

Dass ich immer wieder kam,

und mein Schmerz, brach Dein Herz,

das mich in sich nahm.

10)

O, Du sorgest für mich Armen,

Tag und Nacht, hältst Du Wacht,

groß ist Dein Erbarmen;

lauf ich weg, Du holst mich wieder,

väterlich hältst Du mich,

wenn ich sinke nieder.

11)

Deine Güt`, die ewig währet,

hat mich oft, unverhofft,

in der Not erhöret;

0, wie oft hast Du mein Herze,

doch erlöst und getröst,

da ich lag im Schmerze!

12)

Deines Geistes Zug und Leiten,

spür ich ja, innig nah,

dass ich nicht soll gleiten;

wenn ich stille bin und merke,

geht er mir, tröstlich für,

stets bei allem Werke.

13)

Wenn ich oft im Dunkeln walle,

steht mir bei, Deine Treu,

dass ich dann nicht falle;

dass ich mich kann überlassen;

stille stehn, ohne Sehn,

meinen Gott umfassen.

14)

Du hast auch gezeigt mir Blinden,

wie man dich, innerlich,

kann im Herzen finden;

wie man beten muss und sterben,

wenn man will, werden still,

und Dein Reich ererben.

15)

Deine Güte muss ich loben,

die so treu, mir steht bei,

in so manchen Proben;

Dir hab ich es nur zu danken,

dass ich doch, stehe noch,

der so leicht kann wanken.

16)

Bald durch Kreuz, und bald durch Freuden,

hast Du mich, wunderlich,

immer wollen leiten;

Herr ich preise Deine Wege,

Deinen Rat, Deine Gnad,

Deine Liebesschläge.

17)

0, wie groß ist Deine Güte,

Deine Treu, immer neu,

preiset mein Gemüte;

ach ich muss, ich muss dich lieben,

Seel und Leib, ewig bleib,

deinem Dienst verschrieben.

18)

Mög`t Dich alle Welt erkennen,

und mit mir, danken Dir,

und in Liebe brennen;

Deine Güte lass` mich loben,

hier auf Erd, bis ich werd`,

tun vollkommen droben.