Arbeiter im Weinberg
Arbeiter im Weinberg

Tageslauf, Jahreslauf und den Lauf der Seele, die sich öffnet für die barmherzige Liebe Gottes, beschreibt Tersteegen in seinen Liedern.

Beispiele: Weihnachten,, Gottes Gegenwart, Ermunterung der Pilger, Morgenlied , Gottes Güte. 

 

dieser Link führt zu einem der bekanntesten

Lieder " Ich bete an die Macht der Liebe"

https://www.youtube.com/watch?v=Ol98zhJXa9o

PRACTICE OF THE PRESENCE OF
GOD THE BEST RULE OF A HOLY LIFE
Conversations and Letters by Brother Lawrence

Konfessionen - Glaubensbekenntnis

Beispiel aus Tersteegen's  Briefen

Wie wir lernen, nicht aus dem falschen, sondern aus dem wahren Selbst zu leben, zeigt der Psychiater Dr. Checkley am Beispiel von Bruder Lorenz.

Eine Erweckungsrede G. Tersteegens  zur Passionszeit aus "Geistliche Brosamen" Band I.

 

Das Tersteegenhaus in Mülheim, war die ehemalige Wirkungsstätte von Gerhard Tersteegen 

http://heimatmuseum-tersteegenhaus.de/

Gipfelkreuz v. R.Friedmann

Ökumene des Herzens

 

Die Einheit des Glaubens in der Verschiedenheit der Bekenntnisse ist eine innere Wahrheit. Ihr entspringt auch der Wunsch von Christen unterschiedlicher Konfessionen einander näher zu kommen. Nur die Liebe vermag es die Zäune und Mauern der äußeren Formen und Praktiken der Volkskirchen zu überwinden.

Die Darstellung des inneren Weges zu Gott ist es, die eine überraschende Nähe der christlichen Kirchen zueinander offenbart. Dies geschieht dort, wo sich der Blick auf die Mystik und das persönliche Glaubenszeugnis einzelner Christen richtet.

 

Am Fuße eines Berges kommen aus verschiedenen Richtungen, aus unterschiedlichen Landschaften noch breite Wege. Die Wegweiser zeigen alle zum gleichen Ziel, dem Gipfel. Irgendwann mündet ein Weg in den Anderen, der Blick in die Landschaft talwärts weitet sich. Nach teilweise mühevollem Aufstieg auf enger werdenden Pfaden und Steigen wird das Ziel sichtbar - das Gipfelkreuz. Aus den vielen breiten Wegen wurde ein schmaler Steig. Das Kreuz beständig vor Augen, müssen alle Blicke, Aussichten und Hindernisse, als kleiner Teil des Weges erkannt werden.

 

Altabt Emmanuel Jungclaussen beschreibt diese Wahrheit mit dem Ausdruck „Ökumene des Herzens“ und bezieht sich in seinem Büchlein „Der innere Weg zu Gott“ (ein Übungsbuch als Beitrag zur Ökumene des Herzens)  bewusst auf die Lebensbeschreibungen von Zeugen verschiedener Bekenntnisse.

Es sind z. B. Theresa von Avila und Johannes vom Kreuz aus der karmelitischen Tradition, Gerhard Tersteegen nennt er  den Meister des Herzensgebetes aus der evangelischen Überlieferung und erwähnt aus der orthodoxen Kirche das Werk „Die aufrichtige Lebensbeschreibung eines russischen Pilgers“.

 

Die inneren Führungen Gottes, die durch die Zeugnisse und Lebensbeschreibungen deutlich werden, lassen diese zu einem Teil der „geistlichen Vaterschaft“ oder Seelenführung werden, die wir leider vielerorts in der Kirche vermissen müssen. Dieses Thema behandelt  Altabt Emmanuel in „Geistliche Texte der Seelenführung“

 

Zwei Beispiele:

"Franz v. Sales (1567-1622) beantwortet seinem Schüler Bischof Camus die Frage nach dessen Seelenführer so: Dieses Büchlein (gemeint ist „ der geistliche Kampf“ v. Lorenzo Scupoli) zieht er hervor und sagt zu mir: „Da ist er! Das ist mein Meister in den Dingen des Geistes und des inneren Lebens!“ „Aber,“ sagte ich, Camus, „sie raten ihrer Philothea, einen lebendigen Seelenführer zu haben!“. Er entgegnete:  „Ja das stimmt! Aber man muss ihn ja unter Zehntausenden suchen! Und was jener alte Herrscher sagte, seine besten Freunde seien die Toten, d.h., die Bücher, das muss man auch von den Seelenführern sagen: Die zuverlässigsten sind die Bücher über die Frömmigkeit!

 

Bei Gerhard Tersteegen haben wir den geistlichen Meister und geistlichen Vater im Protestantismus vor uns, der sich nie als ein solcher  „Vater“ versteht, zumal er zu dem Kandidaten Hoffmann Zeit seines Lebens wie zu einem geistlichen Vater aufschaut. Doch durch sein Wort, die Predigt im kleinen Kreis, durch die Einzelansprache und seinen Briefwechsel übt Gerhard Tersteegen weit über Europa hinaus Seelenführung im edelsten Sinne aus. Damit zeigt sich, dass die Bewegung der Seelenführung und der geistlichen Vaterschaft kein Spezifikum der katholischen Kirche, sondern durchaus ein ökumenisches Phänomen ist. Und wenn es überhaupt eine ökumenische Gestalt gibt, dann die Gerhard Tersteegens, der nicht müde wurde, in seiner „ Lebensbeschreibung heiliger Seelen“ den evangelischen Glaubensgenossen die grossen katholischen Heiligen vorzustellen. Für ihn gelten nicht „katholisch“ oder evangelisch“, sondern nur die „ernsthaften Christen“.

 

Fragen wir uns, worin den die eigentlichen Gründe für die Zerstreuung der Christgläubigen zu suchen sind, würde der Gelehrte wahrscheinlich die Kirchengeschichte bemühen. Was hilft es?

 

Jean Marie Guyon, eine französische Mystikerin und bekennende Katholikin, die man auch "Mutter der inneren Seelen" nannte, beeinflusste auch viele Protestanten. Sie schrieb in einer ihrer geistlichen Reden:" Manche, die Einheit (der Christen) suchende Personen haben geglaubt, es sei leicht, diesen großen, in so viele Teile getrennten Körper äußerlich zu vereinigen; sie haben mit vieler Mühe daran gearbeitet, ohne viel Erfolg, mangels ihrer Erkenntnis, dass diese Vereinigung nur durch das Innere geschehen kann. Die Vereinigung der Seele mit Gott, welche nur durch das Gebet, den innern Christus, die Barmherzigkeit bewerkstelligt wird, vereinigt alle Dinge untereinander; denn diese einigende Liebe , welche die Seele mit ihrem Urgrund vereinigt, einigt auch alle jene miteinander, die gleicherweise von dieser vereinigenden Liebe erfüllt sind. Wenn wir alle wahrhaft innerlich wären, so wären wir auch untereinander durch jene Einheit vollkommen in Eins verbunden, wie Jesus Christus für alle Christen vom Vater verlangte, als er sagte: Auf dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater in mir und ich in dir."( Emmanuel Jungclaussen, Von der Leichtigkeit Gott zu finden, Das innere Gebet der Madame Guyon. Neufeld-Verlag 2009)

 

Gerhard Tersteegen hat es auf den Punkt gebracht in seinem Vorwort zu „Auserlesene Lebensbeschreibungen Heiliger Seelen“ wo es heisst:

"Auch die Protestanten glauben es, und es ist mit höchstem Nachdruck die Wahrheit, dass Gott noch seinen Samen in der römischen Kirche verborgen habe. Dies sind die Mystiker, oder diejenigen, welche die inneren Wege des Christentums beschrieben und geübt; und es seien solche Seelen noch das Salz, welches das übrige vor dem völligen Verderben bewahre. Allein, wie so höchst nötig wäre auch ihnen ein solches Salz, damit nicht alles verfaulen möchte! Ja, dies ist die einzige Grund-Ursache des Verfalls unter allen Parteien der Christenheit, dass nämlich die Wahrheiten des inneren Lebens, wovon diese Seelen Worte und Wandel zeugen, nicht gekannt, nicht geliebt und nicht geübt werden".

Gerhard Tersteegen lebte bis 1769. Auch danach können wir ohne Mühe viele Zeugen der Liebe Gottes ausmachen, die in Wort und Tat die Grenzen der Konfessionen überschritten und die Ökumene des Herzens gelebt haben.

Wenn sich sowohl der Einzelne als auch die unterschiedlichen christlichen Gemeinschaften/Kirchen in Demut als Glieder eines Leibes sehen (1. Kor. 12),folgert daraus, dass die Anerkennung dieser Wahrheit bereits Beginn von Ökumene ist. Praktizierende Ökumene verlangt nach diesem inneren Weg zu Gott.