Gleichnisse und Spiritualität
Gleichnisse und Spiritualität
Arbeiter im Weinberg
Arbeiter im Weinberg

Tageslauf, Jahreslauf und den Lauf der Seele, die sich öffnet für die barmherzige Liebe Gottes, beschreibt Tersteegen in seinen Liedern.

Beispiele:Pfingsten, Ostern, Erntedank, Morgenlied, Gottes Gegenwart, Ermunterung der Pilger,

Gottes Güte. 

 

dieser Link führt zu einem der bekanntesten

Lieder " Ich bete an die Macht der Liebe"

https://www.youtube.com/watch?v=Ol98zhJXa9o

PRACTICE OF THE PRESENCE OF
GOD THE BEST RULE OF A HOLY LIFE
Conversations and Letters by Brother Lawrence

Konfessionen - Glaubensbekenntnis

Beispiel aus Tersteegen's  Briefen

Wie wir lernen, nicht aus dem falschen, sondern aus dem wahren Selbst zu leben, zeigt der Psychiater Dr. Checkley am Beispiel von Bruder Lorenz.

Eine Erweckungsrede G. Tersteegens  zur Passionszeit aus "Geistliche Brosamen" Band I.

 

Das Tersteegenhaus in Mülheim, war die ehemalige Wirkungsstätte von Gerhard Tersteegen 

http://heimatmuseum-tersteegenhaus.de/

Adam und Eva - ein "Fleisch" ?

Am Anfang der Schöpfung hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen“ (Mark.10,6).

Die Schöpfungsgeschichte im Alten Testament (Gen.1-2), mit Adam und Eva im Paradies, kennt und glaubt fast jedes Kind. Erwachsen geworden wird diese Geschichte, wörtlich genommen, für aufgeklärte Menschen, häufig zum Stolperstein des Glaubens. Unter dem Druck der wissenschaftlichen Erkenntnisse, über die Evolution des Lebens, hat inzwischen selbst Papst Franziskus eingeräumt, dass es sich bei der Schöpfungsgeschichte um ein Bild bzw. Gleichnis handelt, mit dem der Erzähler den schwer vorstellbaren Vorgang der Erschaffung der Welt, durch Gott, möglichst plastisch darzustellen wusste. Dass es sich bei der Schöpfungsgeschichte um ein Gleichnis handelt, zeigt z.B. einerseits die Reihenfolge der Entstehung von Leben und andererseits die zeitliche Darstellung vom ersten bis zum 7. Tag. Die Entstehung der Erde und schließlich die Evolution des Lebens wurde bildlich auf wenige Tage gelegt. Es dauerte Milliarden Jahre, bis die Schöpfung nach den Pflanzen und Tieren schließlich die Menschen „Adam und Eva“ hervorbrachte. „… und Gott blies in seine Nase den Lebensatem“ (Gen. 2,7). Kürzer kann man Evolution, die als „Krone der Schöpfung" den Menschen hervorbrachte, kaum ausdrücken.
 

Die Entstehung des menschlichen Bewusstseins, das Vermögen sich selbst zu erkennen, und damit auch Unterscheidung von Gut und Böse im Denken, Reden und Handeln, lässt sich wissenschaftlich bisher nicht herleiten. In der Schöpfungsgeschichte wird dies mit der Umschreibung vom Genuss einer Frucht vom „Baum der Erkenntnis“ erzählt (Gen.3). Doch dieses Ereignis, gepaart mit einer unsachgemäßen Interpretation über den sog. Sündenfall, unterstützte die Verzerrung und Unterdrückung des weiblichen Geschlechts bis in die heutige Zeit.

 

Diese leider bis heute wirkende Unterwerfungspraxis des weiblichen Geschlechts, abgleitet aus der wörtlich verstandenen Paradieserzählung, ist fragwürdig und menschenverachtend. Unsere „herrschaftsverliebte“, patriarchalische Gesellschaft wird sich deshalb weiterentwickeln müssen, denn Evolution ist lebendige Entwicklung. Tatsächlich ist in Teilen unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten Entwicklung zu beobachten. Leider hinkt diese Entwicklung in verschiedenen Kirchen, trotz des befreienden Umgangs Jesu mit dem weiblichen Geschlecht, noch weit hinterher. Paulus hat die Haltung Jesu im Brief an die Galater so ausgedrückt: "Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu" (Gal.3:28).

Es war ausgerechnet ein Jesuit und Wissenschaftler, Teilhard de Chardin (1881-1955), auch ein „Mystiker der Evolution“ genannt, der wegen seiner Erkenntnisse über die Evolution, Gott als den Urheber der Schöpfung bestätigte. Er stellte fest, dass dieser Schöpfung eine ständige Weiterentwicklung innewohnt. Religion und Wissenschaft müssen nicht unvereinbar sein. Im Gegenteil, wie die Werke von Teilhard de Chardin zeigen. Trotzdem, oder gerade deshalb, waren diese Werke, wegen der Brisanz und notwendigen Umdenkungsprozesse innerhalb seines Standes, Zeit seines Lebens verboten.

 

Eine Gefährtin oder Gehilfin (Gen.2,18) wollte Gott dem Adam zugesellen,
und nicht eine Sklavin, wie es verschiedene Kulturen in der Welt bis heute praktizieren.

Teilhard de Chardin schreibt offen über seine eigenen Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht: Der Geschichte meiner inneren Schau, wie diese Seiten sie wiedergeben, würde deshalb ein wesentliches Element (Atmosphäre) fehlen, erwähnte ich nicht zum Schluss, dass von dem kritischen Augenblick an, da ich, viele der alten familiären und religiösen Formen ablegend, begann, zu mir selbst zu erwachen und mich wirklich selbst auszudrücken, sich nichts mehr entfaltete, es sei denn unter dem Blick und unter dem Einfluss der Frau. Erstens, es scheint mir undiskutabel (rechtlich ebenso wie faktisch), dass es beim Mann – selbst wenn er sich noch so sehr dem Dienst einer Sache oder eines Gottes geweiht hat – keinen anderen Zugang zur geistigen Reife und Fülle gibt als durch einen gewissen „gefühlsmäßigen“ Einfluss, der bei ihm die Intelligenz sensibilisiert und, wenigstens anfänglich, die Kräfte des Liebens weckt. Nicht mehr als auf Licht, Sauerstoff oder Vitamine kann der Mann – kein Mann – (mit einer täglich dringender werdenden Evidenz) auf das Weibliche verzichten. Zweitens, so erstrangig und strukturell im menschlichen Psychismus die erfüllende Begegnung der Geschlechter auch sein mag, nichts beweist (sehr im Gegenteil!), dass wir bereits eine genaue Idee vom Funktionieren und von den besten Formen dieser fundamentalen Komplementarität hätten“ (Das Herz der Materie – Das Weibliche oder das Einigende, Patmos-Verlag) Zu diesen „besten Formen der Komplementarität“ gehört dann gewiss auch die umgekehrte Inspiration und Hingabe des Mannes an die Frau, was in der Schöpfungsgeschichte zum Kern des folgenden Gleichnisses wird. „Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden „ein Fleisch“ (Gen. 2,24).

 

Im „Hymnus auf das Ewig-Weibliche" hat Teilhard de Chardin dieses Wunder so ausgedrückt: „Alles im Universum ist Werk der Vereinigung und Befruchtung, geschieht durch Sammlung der Elemente, die sich suchen und zu zweit miteinander verschmelzen und so wieder geboren werden in einem Dritten (aus Frühe Schriften, FS 235 ff).

 

Das ist das offene Geheimnis, wenn die gegenseitige Ergänzung sowie Förderung der jeweiligen Stärken von Mann und Frau in lebenslangem Miteinander, als wären sie "ein Fleisch", Erfüllung finden. Die wechselseitige Inspiration der Geschlechter findet in einer Ehe gewiss die besten Bedingungen. Sie muss aber nicht zwingend auf einer lebenslangen, ehelichen Beziehung basieren. Ein geistiger Reifeprozess durch die liebevolle Beziehung zum jeweils anderen Geschlecht ist auch in jeglicher Partnerschaft, Freundschaft oder Verwandtschaft möglich. Dafür waren z.B. Teilhard de Chardin, Franz von Assisi, Gerhard Tersteegen und viele andere ein Beispiel.