Arbeiter im Weinberg
Arbeiter im Weinberg

Tageslauf, Jahreslauf und den Lauf der Seele, die sich öffnet für die barmherzige Liebe Gottes, beschreibt Tersteegen in seinen Liedern.

Beispiele: Herbst, Sommer,, Gottes Gegenwart, Ermunterung der Pilger, Morgenlied , Gottes Güte. 

 

dieser Link führt zu einem der bekanntesten

Lieder " Ich bete an die Macht der Liebe"

https://www.youtube.com/watch?v=Ol98zhJXa9o

PRACTICE OF THE PRESENCE OF
GOD THE BEST RULE OF A HOLY LIFE
Conversations and Letters by Brother Lawrence

Konfessionen - Glaubensbekenntnis

Beispiel aus Tersteegen's  Briefen

Wie wir lernen, nicht aus dem falschen, sondern aus dem wahren Selbst zu leben, zeigt der Psychiater Dr. Checkley am Beispiel von Bruder Lorenz.

Eine Erweckungsrede G. Tersteegens  zur Passionszeit aus "Geistliche Brosamen" Band I.

 

Das Tersteegenhaus in Mülheim, war die ehemalige Wirkungsstätte von Gerhard Tersteegen 

http://heimatmuseum-tersteegenhaus.de/

 

Die Wende/Umkehr

 

Dem Aufruf Jesu „ Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit“ (nächste Seite),ist zur Erinnerung an die dramatischen Veränderungen, die sich 1989 in Deutschland abspielten, und zur Ehre Gottes, eine Anmerkung über die Umkehr oder „Wende“ vorangestellt.
Als die christliche Botschaft  in der Nikolaikirche Leipzig bei einer zunehmenden Zahl von Menschen auf "fruchtbaren Boden" fiel und die regelmäßigen Treffen immer größere Kreise zogen, geschah, was die Welt mit „Wende“ oder Wiedervereinigung bezeichnet. Die Tiefe dieser Ereignisse ist bei vielen längst wieder in Vergessenheit geraten. Wenn diese friedliche Bewegung eine Umkehr bzw. die „Wende“ eines politischen Systems, ohne Gewalt, auszulösen vermochte, dann lässt sich erahnen, welche Kraft der Geist der Gerechtigkeit in einer Gemeinschaft zu entwickeln vermag.

Johannes der Täufer und dann Jesus von Nazareth begannen ihre Botschaft  mit dem Aufruf zur Umkehr, die man auch mit Sinnesänderung umschreiben könnte. Zuerst die eigene Wende oder Umkehr in Herz und Sinn, alles andere wirkt dann der, den Jesus vertrauensvoll Abba, lieber Vater, nannte. Dies ist der Unterschied zum weltlichen, irdischen Sinn im Menschen, der nur den eigenen Kräften vertrauend, hauptsächlich von Eigeninteresse bewegt, denkt und handelt.

Die ungeheure Bewegung von nach Frieden und Gerechtigkeit dürstenden Menschen, wie sie mit den Montagsdemonstrationen in Leipzig (http://www.nikolaikirche-leipzig.de/friedensgebete-mainmenu-134) ihren Anfang nahm, begann klein, aber gewiss im Glauben auch an die Worte Jesu:„ Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“     oder  „Kehrt um, denn das Reich Gottes ist mitten unter Euch!“
Das Vertrauen, der im Verhältnis wenigen Menschen, die zum Teil schon seit Jahren in Leipzig eine Gemeinschaft im Glauben gebildet haben, hat Gott für viele sichtbar, und zu seiner Ehre, bestätigt. Unabhängig von äußeren Veränderungen, kann seitdem die christliche Botschaft in diesem Teil Deutschlands ebenfalls frei verkündet werden.


Albert Schweitzer, dessen Lebenswerk nicht ohne seinen Glauben gewürdigt werden kann, drückte den ursächlichen Zusammenhang solcher Veränderungen so aus:
„Alle miteinander meinen sie, dass aus neuen Institutionen auch ein neuer Geist käme. In diesem furchtbaren Irren sind nicht nur die Gedankenlosen, sondern auch viele der Ernstesten unter uns befangen. Der Materialismus unserer Zeit kehrt das Verhältnis zwischen dem Geistigen und dem Wirklichen um. Er meint, ein geistig Wertvolles könne sich als Wirkung von Tatsachen ergeben. Wurde doch sogar vom Kriege erwartet, dass er uns geistig regeneriere!“  (….. und der Kommunismus ohne Gott dauerhaft die Welt verbessern würde) „In Wahrheit aber funktioniert das Verhältnis nur im dem umgekehrten Sinne. Ein vorhandenes wertvolles Geistiges kann zweckmäßig auf die Gestaltung der Wirklichkeit einwirken und so Tatsachen hervorbringen, die wertvolles geistiges Leben unterhalten. Alle Institutionen und Organisationen haben nur eine relative Bedeutung“. (aus Gesammelte Werke, vom Niedergang der Kultur …………), und weiter:
„Der unnatürlichen Verbreitung von Ideen (Presse, Propaganda, Organisationen und Macht- und Geldmittel) hat sich die natürliche entgegenzusetzen, die von Mensch zu Mensch geht und nur mit der Wahrheit des Gedankens und der Empfänglichkeit für die Wahrheit rechnet“.

Die Wende, die Umkehr des Einzelnen muss am Anfang stehen. Ein Irrtum wäre es aber, die Verkündigung Jesu deshalb als politische Botschaft zu sehen. Sie ist vor allem der Ruf, aus einer inneren Versöhnung mit Gott eine persönliche Beziehung zu IHM aufzunehmen. Diese Beziehung ist es, die innerlich frei macht, eine nicht versiegende Kraftquelle, die nicht von äußeren, persönlichen oder politischen Verhältnissen abhängig ist.

Die Wiedervereinigung des deutschen Volkes war für gläubige Menschen unzweifelhaft eine außerordentliche Geistesgabe Gottes.

 

Gerhard Tersteegen beschrieb ( prophetisch ) das Zustandekommen solcher Wirkungen wie folgt:
"Die jetzige Zeit deucht mich als eine Zeit der gnädigen Heimsuchung Gottes. Jesus ist zwar allezeit willig und bereit, das Verlorene zu suchen und selig zu machen. Und unsere Zeit: zu kommen, ist auch allezeit. Darüber hinaus aber schenkt auch der Herr dem Menschen gnädige Tage, Tage der Heimsuchung, worin er ein Land, einen Ort oder einen Menschen auf eine nachdrücklichere und sonderbare Weise umscheint, rührt, bewegt und aufmerksam macht und gleichsam mit einer milderen Hand seine Gnaden austeilt. In solchen Tagen ist der Tempel geöffnet und das Königreich Gottes nahe herbei gekommen. Werden solche Tage nicht erkannt und wahrgenommen (Luk. 19,42-44), folgen Gerichte und Verwüstungen darauf. Die aber ihre Seelen lieben, bedienen sich solcher Tage, wie die Schiffer (Segler) des guten Windes. Es kommen Zeiten, worin der Eingang in den Tempel Gottes nicht so weit sein wird (Offbg. 15,8).
In solchen Zeiten nun, einer mehr oder weniger allgemeinen Heimsuchung Gottes über einen Ort oder Land, läßt der Herr manchmal die Verkündigung seiner Wahrheit mit außerordentlichen Mitteilungen seiner Gnadengaben, großer Kraft, ungewöhnlicher Rührungen, Bewegungen und Wirkungen begleitet gehen, damit er entweder der Hauptsache hierdurch ein größeres Gewicht gebe, oder damit er durch diese Lockspeise die Seelen an sich ziehe, als auch, damit er bei andern durch diese oder jene in die Sinne fallenden Dinge die Aufmerksamkeit erwecke, und, wie am Pfingsttage geschah, die Menge zusammenkomme (Apg. 2,6-7,37), bestürzt und sich verwundernd über das Außerordentliche, zugleich die selige neue Kunde höre und einen Stich durchs Herz bekomme zur Bekehrung. Oh Tiefe der Weisheit und der Menschenliebe Gottes.
Dieses ist meines Erachtens der wahre Endzweck Gottes bei allen solchen außerordentlichen Dingen, die von ihm herkommen" (G. Tersteegen, Weg der Wahrheit, Volksdienst-Verlag, Leipzig).
Gerhard Tersteegen gibt weiter den Hinweis, daß man schaue, ob solche Gaben bleibend seien, und „ist die Frucht gut und bleibend, dann muß auch der Baum gut sein“.